Piazza Della Vittoria in Görz live webcamHerrlicher Blick auf Piazza Della Vittoria in Görz

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Piazza Della Vittoria in Görz

Gorizia (deutsch Görz, slowenisch Gorica, furlanisch Gurize) ist eine Stadt am Isonzo im Nordosten Italiens direkt an der Grenze zu Slowenien. Görz hat 35.798 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010) und ist Hauptstadt der Provinz Gorizia, die zur Region Friaul-Julisch Venetien gehört. Daneben ist sie Sitz des Erzbistums Gorizia.

Österreichisches Görz

Die Stadt war seit dem Spätmittelalter Sitz der Grafen von Görz, die sich vom Patriarchat Aquileia unabhängig gemacht hatten. Nach dem Aussterben der Grafenfamilie kam ihr Gebiet um 1500 an die Habsburger. Görz war nun Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca. Von 1809 bis 1814 gehörte Görz zu Frankreichs Illyrischen Provinzen, danach bis 1815 zum Königreich Illyrien.

Von 1815 bis 1918 gehörte das Gebiet wieder zu Österreich, bis 1849 weiterhin im Königreich Illyrien. 1850 wurde die gefürstete Grafschaft als österreichisches Kronland wieder hergestellt. Bis 1866 gehörte auch das benachbarte Venetien zu Österreich. Ab 1867 gehörte Görz zum Österreichischen Küstenland, das in Österreich-Ungarn zum österreichischen Teilstaat zählte. Im Osten grenzte die Grafschaft an das ebenfalls österreichische Herzogtum Krain.

Die Stadt war von alters her dreisprachig (italienisch, slowenisch, deutsch). 1900 hatte Görz 25.432 Einwohner, davon 16.112 Italiener, 4.654 Slowenen und 2.760 Deutsche, der Rest Garnison. Görz liegt an der Bahnlinie Triest–Nabresina–Cormons, auf die hier seit 1904 die aus den Julischen Alpen kommende Wocheinerbahn trifft, Teil der damals neuen alpenquerenden Bahnverbindung Salzburg–Triest (Neue Alpenbahn bzw. Transalpina).

Görz war Sitz eines Fürsterzbischofs, des Landtages und des Landesausschusses der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, einer Bezirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichts. Um 1900 war Görz ein beliebter Winterkurort, betrug die durchschnittliche Wintertemperatur doch + 3,5 Grad

Italienisches Gorizia

Nach dem Kriegseintritt Italiens gegen Österreich-Ungarn im Mai 1915 war es erklärtes Ziel der italienischen Heeresleitung, am Isonzo vorzustoßen. Im Sommer 1916 gelang Italien die Eroberung von Görz, im Herbst 1917 wurde es von Österreich-Ungarn wieder zurückgewonnen. 1918 kam das gesamte Gebiet nach dem Waffenstillstand an Italien, das damals auch Istrien gewann.

Für im Ersten Weltkrieg gefallene italienische Soldaten wurde in der Zwischenkriegszeit auf einem Hügel im nördlich gelegenen Vorort Oslávia ein auch architektonisch bemerkenswertes Beinhaus (Ossario) errichtet. Auf einer Stele vor dem Eingang wird einiger italienischer Staatsangehöriger Altösterreichs gedacht, die den Krieg auf italienischer Seite mitgemacht haben.

Slowenisches Nova Gorica

Zu Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten 1945 jugoslawische Partisanen den Görzer Bahnhof der Wocheiner Bahn (ital. Ferrovia Transalpina) und erhoben Anspruch auf die Stadt. Als mit dem Frieden von Paris (1947) von den Siegermächten die Staatsgrenze zwischen Italien und Jugoslawien neu gezogen wurde, hat man auch die Teilung der Stadt Görz sanktioniert. Der kleinere östliche Teil mit dem Bahnhof kam zu Jugoslawien und bildet seither die erst später zur solchen ausgebaute slowenische Stadt Nova Gorica.

Die Italiener platzierten auf dem Görzer Burghügel eine besonders große Tricolore, bis weit nach Jugoslawien hinein sichtbar. Im Gegenzug war auf einem Hügel bei Nova Gorica in riesigen Steinen das Wort TITO zu lesen, in ganz Gorizia sichtbar.

Webcam on-line ab: 2011/08/31